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16.10.2014

Upcycling - Ein neues Leben für den Abfall

Öko genügt nicht mehr nur im Kühlschrank – Nachhaltigkeit ist es auch, wenn man Abfall ein neues Leben schenkt. Neue Unternehmen machen Papier aus Elefantenmist und Barhocker aus Fässern.

Düsseldorf - Wer sich in der Kreuzberger Kiezkneipe „Rias“ auf einen der Barhocker aus dunklem Eichenholz sinken lässt, der sitzt auf einem Stück Geschichte. Der Brennstempel ist auf der Lehne noch gut lesbar. Auch die Rundung der Sitzfläche erinnert deutlich an ein altes Weinfass – denn aus einem solchen sind die Möbel von Magnus Mewes gefertigt.

Nachhaltigkeit ist im Trend. Bio genügt nicht mehr im Kühlschrank, auch Geschirr, Möbel, Kleidung oder Schmuck müssen nachhaltig produziert sein. Weil Nachhaltigkeit jedoch etwas dröge klingt, hat der Trend einen neuen Namen: Upcycling. Alten Gegenständen wird dadurch eine neue Funktion gegeben. Sie werden auf- statt nur wiederverwertet.

Ein nachhaltiger Ansatz lohnt sich auch für die Unternehmen. Eine Studie der Werbeagentur Serviceplan in Kooperation mit der WirtschaftsWoche belegt: Bis zu zehn Prozent zusätzlichen Umsatz können Unternehmen erwirtschaften, wenn sie von den Kunden als nachhaltig wahrgenommen werden. Nachhaltigkeit ist laut dieser Studie ein ebenso wichtiger Faktor wie die Qualität oder Attraktivität des Produkts.

Laut dem Forum Fairer Handel gaben Verbraucher im vergangenen Jahr für fair gehandelte Produkte rund 784 Millionen Euro aus. Das entspricht einem Jahreswachstum von 21 Prozent und einer Verdopplung des Umsatzes innerhalb der letzten vier Jahre.

Das neue Konsumbewusstsein nutzt auch dem kleinen Unternehmen Elecosy, das in Sri Lanka eine besondere Nische für sich entdeckt hat: „Wir sammeln Elefantendung und machen daraus Papier“, erzählt Frank Cockerill, einer der beiden Geschäftsführer. Der Elefantenmist wird mit einer Masse aus recyceltem Papier angereichert, aufgekocht, eingefärbt und anschließend geschöpft und getrocknet. „Unser Projekt ist auch für die Elefanten gut“, erklärt Cockerill. „Normalerweise schießen die Farmer auf die Elefanten, weil sie die Felder zertrampeln. Jetzt sammeln sie den Mist, bringen ihn uns in die Werkstatt und bekommen auch noch Geld dafür.“

Die GLS-Bank, eine Bank zur Finanzierung nachhaltiger Projekte und Unternehmen, bestätigt den Trend. „Es hat sich sehr viel getan in den letzten zehn Jahren“, sagt Christof Lützel, Mitarbeitervertreter im Aufsichtsrat der Bank. „Es gibt einen Trend zu mehr Nachhaltigkeit, sowohl in der Bevölkerung, als auch in der Unternehmenswelt.“ Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Bilanzzahlen und dem Zuwachs an Mitgliedern und Kunden wider. Allein bei den Mitgliedern verzeichnete die grüne Bank 2013 im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 23,7 Prozent auf 32.400. Bei den Kunden war es immerhin ein Plus von 16 Prozent.

Jens Hornstein, stellvertretender Geschäftsführer der Unternehmensberatung Kerkhoff Consulting, bestätigt den Trend: „Das Thema Nachhaltigkeit wird in vielen Unternehmen immer sensibler behandelt.“ Doch er bedauert auch, dass viele Firmen keinen ganzheitlichen Ansatz verfolgten. „Ein umfassendes und nachhaltiges Green Procurement ist eine komplexe Herausforderung“, so Hornstein weiter. Und auch Christof Lützel relativiert: „Es ist noch nicht die Masse. Man kann zwar von einem Trend sprechen, aber es dauert auch ganz schön lange.“

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