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07.07.2011

Unternehmen ringen mit dem Working Capital

Um ihren finanziellen Spielraum zu verbessern, versuchen weiterhin viele deutsche Unternehmen ihre Liquidität zu verbessern. Welche Wege sie dazu gehen, beleuchtet jetzt eine Umfrage.

Von Sascha Alexander

Dass es beim Woking Capital Management noch einiges zu verbessern gibt, zeigt jetzt eine Umfrage unter 501 Führungskräften (Inhaber, Geschäftsführer und Vorstände) der deutschen Wirtschaft durch das Institut für Demoskopie Allensbach und dem Kerkhoff Competence Center of Supply Chain Management der Universität St. Gallen.

Demnach unternehmen derzeit 62 Prozent aller befragten Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern Anstrengungen, ihr Working Capital (Nettoumlaufvermögen) weiter zu senken. Bei kleineren Mittelständlern mit weniger als 250 Mitarbeitern ist es ein Drittel.

Strategien beim Working Capital

Zur Senkung des Nettoumlaufvermögens sind laut Studie vor allem auf drei Maßnahmen verbreitet:

• Fast alle Unternehmen (94 Prozent) versuchen ihre Lagerbestände zu verringern;
Viele große Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern (79 Prozent) wollen ihr Forderungs-Management optimieren, bei kleineren Mittelständlern sind es etwas weniger (55 Prozent).
• Ein Drittel der kleineren Mittelständler erhöhen ihre Lieferantenverbindlichkeiten – bei den großen Unternehmen ist es fast die Hälfte.

Blick auf die gesamte Wertschöpfungskette

Grundsätzlich bleibt also angesichts der Ergebnisse noch einiger Spielraum beim Working Capital. Dazu sollten sich Unternehmen laut der Autoren die gesamte Wertschöpfungskette anschauen: Vom Einkauf über die Produktion bis hin zum Absatz der Waren. "Die Zahlungskonditionen im Einkauf müssen sich so ändern, dass die erhaltene Ware möglichst spät bezahlt werden muss", empfiehlt allgemein Geschäftführer Gerd Kerkhoff. "Gleichzeitig ist zu prüfen, welche Belieferungskonzepte sinnvoll sind, um die Lagerbestände zu senken."

Tipps für mehr Liquidität

Konkret könnte man die Bestandssteuerung dem Lieferanten überlassen oder die Belieferung komplett auf Just-in-Time umstellen, um etwa Lagerbestände klein zu halten. Kürzere Rüstzeiten, optimierte Laufwege und kleinere Losgrößen könnten die Durchlaufzeiten in der Produktion senken.

Zudem müsse man Wege finden, Abnehmer von Produkten davon zu überzeugen, ihre Waren möglichst frühzeitig zu bezahlen und sie sehr schnell in Empfang zu nehmen (mehr zur Praxis im Forderungsmanagement finden Sie hier). Auch Factoring sei eine Möglichkeit, um so früh wie möglich Cash ins Unternehmen zu bringen.

Finanzierung via Fremdkapital

Warum Unternehmen an einer Senkung ihres Working Capital arbeiten sollten, um sich unabhängiger vom Kapitalmarkt zu machen, zeigt die auf laut Umfrage derzeit übliche Finanzierungspraxis in den Unternehmen:

So setzt rund die Hälfte der Unternehmen setzen zur Finanzierung von Investitionen Fremdkapital ein, so die Studie. 15 Prozent der Firmen finanzieren sich sogar überwiegend über Fremdkapital. Bei den kleineren Mittelständlern muss jedes fünfte Unternehmen für Investitionen überwiegend auf Fremdkapital zurückgreifen, bei den großen Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern ist es nur jeder Zehnte.

Bankkredite für kleinere Unternehmen

Die Kapitalbeschaffung erfolgt bei 84 Prozent der kleineren Unternehmen hauptsächlich Bankkredite, 21 Prozent finanzieren Investitionen über Gesellschafterdarlehen. Andere Wege der Finanzierung spielen hingegen kaum eine Rolle.

Anleihen und Gesellschaftergelder für die Großen

Anders die großen Firmen Deutschlands: Nur 57 Prozent nutzen zur Kapitalbeschaffung Bankkredite. Jedes zehnte große Unternehmen sammelt Kapital über Anleiheemissionen, 22 Prozent greifen auf Darlehen der Gesellschafter zurück.

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