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20.09.2010

Druck auf Beschaffung hält an

Laut einer Kerkhoff-Studie stehen den Einkaufsleitern von Zulieferern schwierige Zeiten bevor.

Von Klaus-Dieter Flörecke

Wie ist es um den Einkauf bei den Zulieferern bestellt und vor welchen Herausforderungen steht die Branche? Im Auftrag der Unternehmensberatung Kerkhoff Consulting aus Dusseldorf hat das Institut für Demoskopie Allensbach im Juli 2010 zu dieser Thematik insgesamt 100 Einkaufsverantwortliche mittlerer und großer Zulieferunternehmen in Deutschland befragt. Nach dem für viele Zulieferer sehr schwierigen Jahr 2009 blicken die meisten Unternehmen wieder optimistischer in die Zukunft. Fast drei Viertel der Einkaufsverantwortlichen erwarten, dass es mit der Branche in den nächsten zwölf Monaten bergauf gehen wird. Nur zwei Prozent der Befragten befürchten einen Abschwung. Die Erwartungen für das eigene Unternehmen sind tendenziell sogar noch optimistischer.

Sorge wegen Preisdrucks
Die Einkaufsleiter bei den Zulieferern in Deutschland rechnen damit, dass sich die Bedingungen in der Beschaffung in den kommenden zehn Jahren in vielen Bereichen ändern werden. 87 Prozent der Befragten gehen von deutlich steigenden Rohstoff-, 84 Prozent von deutlich steigenden Energiepreisen aus. Einen wachsenden Preisdruck vonseiten der Fahrzeughersteller erwarten 86 Prozent, eine Verschärfung der Einkaufskonkurrenz durch aufstrebende Märkte 83 Prozent der von Allensbach befragten Zulieferer.

Sorgen bereitet den Lieferanten das Finanzierungsthema. Jeweils knapp zwei Drittel der Einkäufer erwarten, dass eine restriktivere Kreditvergabe von Banken in Zukunft den Beschaffungsprozess erschweren wird (65 Prozent), dass es zu einer Oligopolbildung bei ihren Lieferanten kommt (64 Prozent) und dass Produktpiraterie zu einem zunehmenden Problem für die Branche wird (62 Prozent). Die Hälfte sieht daneben vermehrt Schwierigkeiten, die pünktliche Belieferung durch die eigenen Lieferanten sicherzustellen. Doch welche Folgen werden die veränderten Rahmenbedingungen für die Zulieferer haben? Bei der Frage nach den größten strategischen Herausforderungen für die Beschaffung in der Branche in den nächsten zehn Jahren nennen die Einkaufsverantwortlichen am häufigsten steigende Kosten und Preise (25 Prozent) sowie die Globalisierung und Internationalisierung des Einkaufs (24 Prozent).

Sich am Markt zu behaupten geben 16 Prozent als größte Herausforderung an, und 15 Prozent nennen neue Technologien wie Elektroantriebe, auf die es sich einzustellen gelte. Daneben werden von deutlich kleineren Anteilen der Befragten andere strategische Herausforderungen genannt.

Globalisierung des Einkaufs
Als größte strategische Herausforderungen für den Einkauf im eigenen Unternehmen werden ebenfalls vor allem die steigenden Kosten und Preise (23 Prozent) sowie die Globalisierung des Einkaufs (18 Prozent) genannt. Danach folgen die Sicherung von Rohstoffen auf dem Beschaffungsmarkt (16 Prozent), die Behauptung von Absatzmarkten (14 Prozent) sowie der zunehmende Preis- beziehungsweise Kostendruck seitens der Kunden (11 Prozent). Dabei hängt es jedoch von der Unternehmensgröße ab, welche Herausforderung von den Einkaufsverantwortlichen als größer wahrgenommen wird. Unternehmen über 50 Millionen Euro Umsatz nennen deutlich häufiger die Globalisierung und Internationalisierung des Einkaufs als eine Herausforderung, die sie direkt betrifft, als die kleineren Zulieferer.

Kooperationen mit anderen Unternehmen in der Beschaffung sind unter Zulieferern wenig verbreitet. Nur 18 Prozent der Unternehmen arbeiten beim Einkauf mit anderen „eng“ oder „sehr eng“ zusammen, etwa, indem sie Einkaufskooperationen bilden. Wenn es um den Bereich Transport und Logistik geht, fällt die Quote kooperierender Unternehmen sogar noch geringer aus. Insgesamt ist jedoch die Mehrheit der Zulieferer davon überzeugt, dass Einkaufskooperationen künftig relevanter werden (58 Prozent). Unter ihnen rechnen 15 Prozent sogar mit einem starken Bedeutungszuwachs. Diese Überzeugung herrscht vor allem unter den Einkaufsverantwortlichen großer Zulieferer vor. Auch Gerd Kerkhoff, Gründer und Vorsitzender der Geschäftsführung der Unternehmensberatung Kerkhoff Consulting, rechnet damit, „dass Kooperationen in der Zulieferindustrie zunehmen werden, weil sie das Ergebnis logischer Überlegungen sind“. Dazu trage auch der Kostendruck in der Branche seinen Teil bei. Für die Zukunft rechnen die Einkaufsleiter mit großer Mehrheit damit, dass der Stellenwert ihrer Abteilung im Unternehmen wachsen wird. Nur ein Prozent befürchtet einen Bedeutungsverlust des Einkaufs.

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